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Hausnotruf: Kosten, Zuschuss der Pflegekasse & Antrag 2026

Ein Sturz, ein Schwächeanfall, plötzliche Atemnot – wer allein lebt, braucht im Notfall schnell Hilfe. Ein Hausnotruf sorgt dafür, dass auf Knopfdruck jemand erreichbar ist, rund um die Uhr. Das Beste: Mit Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse die Grundgebühr von 25,50 Euro im Monat. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie ein Hausnotruf funktioniert, wer Anspruch auf den Zuschuss hat, was Zusatzleistungen kosten und wie Sie den Antrag stellen.

Was ist ein Hausnotruf und wie funktioniert er?

Ein Hausnotrufsystem besteht aus zwei Teilen: einer Basisstation mit Lautsprecher und Mikrofon, die an Strom und Telefon- bzw. Mobilfunknetz angeschlossen wird, sowie einem kleinen Funksender, den die pflegebedürftige Person als Armband oder Halskette trägt. Ein Druck auf den Knopf genügt, und es wird eine Sprechverbindung zur Notrufzentrale aufgebaut, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.

In der Zentrale liegen alle wichtigen Informationen vor: Name, Adresse, Vorerkrankungen, Medikamente, Hausarzt und die Kontaktdaten von Angehörigen oder Nachbarn mit Schlüssel. Die Mitarbeitenden entscheiden je nach Situation, ob Angehörige, der Pflegedienst, der Bereitschaftsdienst des Anbieters oder der Rettungsdienst alarmiert wird. Meldet sich die Person nach dem Alarm nicht, wird in jedem Fall Hilfe geschickt.

Moderne Geräte funktionieren auch ohne Festnetzanschluss über Mobilfunk. Für Menschen, die viel unterwegs sind, gibt es mobile Notrufsysteme mit GPS-Ortung.

Zuschuss der Pflegekasse: 25,50 Euro monatlich

Eine einmalige Anschlussgebühr (meist 10 bis 50 Euro) wird von vielen Pflegekassen ebenfalls übernommen oder vom Anbieter erlassen. Die Grundgebühr rechnet der Anbieter in der Regel direkt mit der Pflegekasse ab, Sie müssen also nicht in Vorleistung gehen.

  • •Es liegt ein Pflegegrad vor (Pflegegrad 1 bis 5 genügt)
  • •Die Person lebt allein oder ist über längere Zeit des Tages allein
  • •Oder: Die Mitbewohner können im Notfall nicht zuverlässig Hilfe holen (z. B. ebenfalls pflegebedürftig)
  • •Es besteht die Gefahr, dass jederzeit eine Notsituation eintritt, in der ein normales Telefon nicht bedient werden kann
  • •Die Person kann den Notrufknopf noch selbst bedienen

Was kostet ein Hausnotruf ohne und mit Zusatzleistungen?

Die Grundleistung (Basisstation, Funksender, 24-Stunden-Zentrale) kostet bei den meisten Anbietern zwischen 25 und 30 Euro monatlich und wird durch den Zuschuss der Pflegekasse meist vollständig gedeckt. Darüber hinaus gibt es sinnvolle Zusatzleistungen, die privat gezahlt werden müssen:

  • •Schlüsselhinterlegung beim Anbieter (ca. 5–15 € / Monat): Der Bereitschaftsdienst kommt in die Wohnung, ohne dass die Tür aufgebrochen werden muss
  • •Sturzsensor (ca. 5–10 € / Monat): Löst automatisch Alarm aus, wenn ein Sturz erkannt wird, auch wenn der Knopf nicht gedrückt werden kann
  • •Tagestaste / Aktivitätskontrolle (ca. 3–5 € / Monat): Wird die Taste nicht wie vereinbart gedrückt, fragt die Zentrale nach
  • •Rauch- und Wassermelder mit Anbindung an die Zentrale (ca. 3–8 € / Monat)
  • •Mobiler Notruf mit GPS für unterwegs (ca. 30–50 € / Monat, teilweise anteilig bezuschusst)

Tipp: Fragen Sie den Anbieter nach einem Paket für Pflegegrad-Kunden. Viele Anbieter (z. B. Johanniter, Malteser, DRK, ASB, Caritas oder private Dienste) bieten die Grundleistung ohne Zuzahlung an.

Hausnotruf beantragen: Schritt für Schritt

Wurde der Antrag abgelehnt, lohnt sich ein Widerspruch innerhalb eines Monats, insbesondere wenn eine konkrete Gefährdungslage (Sturzgefahr, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Epilepsie) ärztlich belegt werden kann.

  • •1. Pflegegrad prüfen: Liegt noch kein Pflegegrad vor, beantragen Sie zunächst die Begutachtung bei der Pflegekasse
  • •2. Anbieter auswählen: Achten Sie auf regionale Bereitschaftsdienste, Erreichbarkeit der Zentrale und transparente Preise
  • •3. Antrag stellen: Der Anbieter stellt in der Regel den Antrag auf Kostenübernahme gemeinsam mit Ihnen; eine ärztliche Verordnung ist nicht nötig
  • •4. Genehmigung abwarten: Die Pflegekasse entscheidet meist innerhalb von zwei bis drei Wochen
  • •5. Installation: Ein Techniker richtet die Basisstation ein und erklärt die Bedienung; Testalarm nicht vergessen

Für wen lohnt sich ein Hausnotruf besonders?

Auch für pflegende Angehörige ist der Hausnotruf eine große Entlastung: Sie müssen nicht ständig erreichbar sein und wissen, dass im Ernstfall Profis reagieren.

  • •Alleinlebende Menschen mit Pflegegrad, insbesondere nach Stürzen oder mit Gangunsicherheit
  • •Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Epilepsie oder COPD
  • •Pflegebedürftige, deren Angehörige berufstätig sind oder weiter entfernt wohnen
  • •Paare, bei denen beide Partner eingeschränkt sind
  • •Menschen mit beginnender Demenz, solange der Knopf noch sicher bedient werden kann

Unsere Beratung: Anspruch prüfen, Antrag stellen, Anbieter vergleichen

Als Pflegeberatung in Grefrath, Viersen, Kempen und Umgebung beraten wir Sie kostenfrei zum Hausnotruf: Wir prüfen Ihren Anspruch, erklären die Unterschiede der Anbieter und begleiten den Antrag bei der Pflegekasse. Kombiniert mit anderen Leistungen wie dem Entlastungsbetrag (131 Euro) oder dem Zuschuss für Umbaumaßnahmen (4.180 Euro) wird das Zuhause deutlich sicherer, ohne dass Sie die Kosten allein tragen.

Häufige Fragen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Pflegeberatung. Da sich gesetzliche Regelungen ändern können, prüfen wir im Beratungsgespräch immer die aktuelle Situation.

Hausnotruf beantragen – wir helfen kostenfrei

Wir prüfen Ihren Anspruch, stellen mit Ihnen den Antrag bei der Pflegekasse und vergleichen passende Anbieter. Kostenfrei im Rahmen der Pflegeberatung nach § 37 Abs. 3 SGB XI.

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